Tag 4 – 22.10.2016 - Cherokee, NC (Blue Ridge Parkway/Great Smoky Mountains NP)

05:30 Uhr – der Tag für uns beginnt. Aufstehen, duschen, frühstücken. Kurz ins Internet gucken, wie das Wetter so werden soll: kalt aber klar; ist mir lieber als wärmer aber Regen. Die Scheiben des Autos sind gefroren, aber der Himmel ist blau. Wir sind froh über unsere GAP-Jacken, die kommen heute direkt zum Einsatz.

Als wir kurz vor dem Parkeingang sind steht eine Leuchtanzeige, dass der Pass zum Clingmans Dome heute ganz wegen Schnee gesperrt ist, also lohnt sich eine weitere Fahrt in den Great Smoky Mountain NP für uns heute nicht mehr.

Der irische Ranger hat uns gestern noch den Weg zu den Mingo Falls erklärt und uns auf der Wanderkarte markiert, wo diese sein sollen, dann probieren wir heute sehr früh, wenn noch nicht so viele Leute unterwegs sind, etwas zu hiken.

Noch vorm Parkeingang geht es von Cherokee aus auf den Blue Ridge Parkway nach Norden, dort fahren wir drauf, von hier aus soll es einen Weg zu den Mingo Falls geben. Wir finden aber nichts. Egal, wir fahren weiter und genießen die schöne Straße, die klare kalte Luft und die bunten Bäume. Noch ist nicht viel los hier.

An einem Trailhead laufen wir ca. 2 km, aber mein Knie muckt mir zu sehr, es ist ihm zu kalt. Also drehen wir wieder um. Auf der Karte sehe ich einen Loop über eine Dirtroad, die Balsam Mountain Road, die auf dem Blue Ridge Parkway beginnt und im Great Smoky Montains NP wieder rauskommt, das sieht gut aus, wollen wir fahren.

Diese Straße wird nach ein paar Kilometern zur One Way Straße und ist so breit wie bei uns ein Wanderweg/Forstweg durch den Wald. Viel ist hier nicht los, aber ein Subaru XV hängt uns am Arsch. Wir halten immer wieder an, nicht immer in einer Parkbucht – das haben wir ja gestern gelernt – muss man auch nicht. Richtig spektakulär ist der Weg nicht, durch viele Bäume haben wir nicht so die Aussicht, aber es macht Spaß zu fahren, vor allem, weil hier fast nichts los ist. Als wir mal für ein Picknick und für eine Pinkelpause anhalten, sind wir auch den Subaru los.

Wir fahren auch wieder los, und plötzlich kommt uns der Subaru entgegen, huch, wie geht das auf einem One Way Loop. Er hält an und sagt uns, dass nach 2 Meilen ein Baum quer über der Straße liegt und kein Durchkommen ist.
Das wollen wir natürlich mit eigenen Augen sehen und fahren bis zur Stelle vor, aber er hatte Recht, kein Durchkommen und auch keine Möglichkeiten, den Baum mit 3 oder 4 Männern aus dem Weg zu räumen, es ist ein dicker Baum mit vielen Ästen.

Wir müssen drehen auf der One Way Street, erst machen wir uns etwas Sorgen, weil es ja doch teilweise eng ist, und wir denken, dass die Leute meckern würden, aber alle, die uns entgegen kommen, lassen uns fahren und keiner meckert, wir erzählen natürlich von dem Baum.

Schade natürlich, dass wir jetzt auf gleichem Weg wieder zurück müssen, aber so können wir noch mal nach dem Pfad zum Mingo Falls gucken, den finden wir aber absolut nicht.

Auf der Google Maps Karte ist der Wasserfall zu sehen, aber an einer völlig anderen Stelle, als uns der Ranger das erklärt hatte, deshalb fahren wir dann auch noch mal kurz ins Visitor Center, eine andere Rangerin erklärt uns, wo der Fall ist – völlig ins Blaue hat uns der Ire geschickt. Ob unabsichtlich oder absichtlich, keine Ahnung, war jetzt nicht so schlimm, weil wir dadurch noch einen Teil des Blue Ridge Parkway gesehen haben, aber so daneben liegen als Ranger ist auch schon krass, man verlässt sich ja drauf.

Der Mingo Falls liegt in Cherokee einige Meilen hinter der High School, eigentlich ganz leicht zu finden, es ist auch kein Hike, sondern ein 200 Meter langer Weg über Treppen.

Der Parkplatz platzt aus allen Nähten und der Wasserfall ist ein Rinnsal. Nun gut, weiter geht es, wir wollen noch in einen anderen Teil des Parks und zwar zum Deep Creek, dort soll man hiken können, auf dem Weg sollen vier Wasserfälle liegen.

Dazu fahren wir nach Bryson City, einem schönen kleinen Ort, von wo aus eine historische Eisenbahn startet, ähnlich der in Durango.

Wir fahren an unserem Hotel vorbei und sehen ein sehr großes, gut aussehendes Restaurant direkt neben dem Hotel, nur auf der anderen Seite im Tal, wir fragen uns, warum uns die Dame aus dem Hotel in das ranzige Restaurant im Ort geschickt hat, das muss man wohl nicht verstehen. Merkwürdige Leute leben in jedem Fall hier.
Zuerst die unfreundliche Bedienung im Restaurant, die uns erst bestellen lässt und uns dann sagt, dass es lange dauern würde und dann noch sagt, dass sie kein anderes Restaurant im Ort kenne; dann die Dame im Hotel, die uns auch nur dieses Restaurant empfohlen hat, obwohl es etliche andere im Ort gibt; dann die Dame an der Tankstelle, die von keinem weiteren ATM im Ort weiß; schlussendlich noch der Ranger, der uns falsche Infos gegeben hat.
Zufall, oder wollen die einige Touristen loswerden? Wäre ja verständlich, denn es ist wirklich unerträglich voll hier, aber ohne diese hätte wohl der ganze Ort Cherokee keine Chance zu überleben.

Im Laufe des Tages wurde es auch wieder wärmer, so dass wir einiges an Kleidung im Auto lassen können für den Hike am Deep Creek.

Um dort hinzukommen fahren wir eine tolle Landstraße entlang, an der einige alte Motels zu finden sind. Hier am Teddybear Motel ist nichts mehr los, das Hotel ist verlassen worden, es sind aber noch Möbel drin. Als wir ein paar Bilder machen, steigt uns der Geruch nach Tod und Verwesung in die Nase, wir hoffen es ist nur ein Tier. Der Geruch ist unerträglich, so dass wir schnell weiter fahren.

In Bryson City gibt es noch ein paar schöne Motive, bei dem Wetter schaut ja fast alles gut aus.

Der Parkplatz am Deep Creek Trail ist voll, wir parken daher auf dem Campingplatz und laufen dadurch ein Stück länger.

Auf dem Trail ist es aber gar nicht so voll wie wir vermutet hatten, die Leute laufen alle nur zum großen Wasserfall und gehen nicht den ganzen Trail, der ganz schön bergauf geht.

Wir genießen es, endlich zu wandern. Die Wasserfälle sind eher nebensächlich jetzt, wir wollen nur durch den Wald laufen, das macht uns Spaß. Ganz am Ende bleiben wir dann auch bei einem größeren Wasserfall länger stehen, wo aber bald eine große Gruppe junger Inder oder Pakistani extrem nervt, sie klettern den Wasserfall rauf und keiner kann mehr ein Bild machen ohne diese Idioten.
Einer von der Gruppe fragt auch noch, ob sie uns nerven. Als ob sie es extra machen. Die anderen Leute hier fühlen sich sichtbar gestört, so habe ich das in den USA noch nicht erlebt, dass sich auch öffentlich drüber ausgelassen wird.

Wir sind es dann auch leid zu warten und gehen weiter zum Auto, immerhin haben wir es geschafft, einen 7,82 km langen Hike zu laufen.

Zurück in Bryson City erwischen wir gerade einen Zug, machen ein paar Fotos. Dann wird es dunkel und wir machen uns auf zurück ins Hotel. Das Restaurant neben dem Hotel testen wir nicht mehr, wir bestellen uns wieder eine Domino Pizza auf’s Zimmer und machen es uns gemütlich.

Wetter: 30°F bis 53°F (-1°C bis 11,5°C) sonnig und klar
Sights: Great Smoky Mountains Nationalpark/Blue Ridge Parkway
Wanderungen: Deep Creek Waterfall Trail 7,82 km
Abendessen: Dominos Pizza
Hotel: Hampton Inn & Suites Cherokee, NC
Bewertung: gut +++
Bemerkung: das Hotel war ganz gut, das Personal war ein bisschen unfähig
Hotel: 132,60 $
Eintritte:  $
Abendessen: 26,51 $
Mittagessen:  $
Lebensmittel: 34,46 $
Sonstiges:  $
Sprit:  $

Gesamt: 193,57 $