Tag 3 – 21.10.2016 - Cherokee, NC (Great Smoky Mountains Nationalpark)

Wir haben sehr gut geschlafen, es war teils etwas unruhig im Hotel, aber das haben wir in unsere Träume eingebaut. Der Wecker klingelte um 05:45 Uhr, wir waren schon ein bisschen zuvor wach.

Heute wird nicht gepackt, denn wir bleiben drei Nächte im Hotel, um den Great Smoky Mountains Nationalpark zu erkunden.

Das Frühstück gibt es ab 06:00 Uhr und wir stehen auch schon um 06:15 Uhr auf der Matte, noch ist nicht viel los und draußen ist es noch dunkel.

Laut Wetterbericht sollte genau heute ein kleiner Kälteeinbruch stattfinden, mal sehen, wie sich das entwickelt.

Gestern Abend war es noch so warm, dass ich meine Weste, die ich dabei hatte, nicht tragen musste und sie doch glatt im Restaurant vergessen hatte. So ein Mist, passiert mir echt sehr selten so was, aber dadurch, dass wir sehr abrupt wieder gegangen sind aus dem Lokal, blieb sie über dem Stuhl hängen.

Und ausgerechnet heute ist es kühler, was wir, als wir ins Auto steigen, schnell merken.

Der heutige Plan war, im Great Smoky Mountains NP etwas zu wandern, dafür soll der Park ja bestens geeignet sein.

Wenn dann mein rechtes Knie, das bei Wetterumschwung Mucken macht, aufhört zu schmerzen, steht dem eigentlich auch nichts im Wege.

Für das Wetter sind wir mit warmen Sachen und Regensachen gut gerüstet.
Auf geht es in den Park. Dazu fahren wir durch den Ort Cherokee, heute sehen wir auch was vom Ort, denn gestern Abend war es ja schon dunkel.

Der Ort liegt an einem kleinen Fluss, die Anlage ist schön gestaltet, so dass man am Fluss spazieren gehen kann – Picknicktische gibt es auch. Zudem gibt es einige Museen im Dorf und viele Souvenirläden.

Das interessiert uns alles nicht sonderlich, wir suchen eine Tankstelle und ich will noch mal zum Restaurant und gucken, ob meine Weste dort ist.
Mario sagt, lass uns einfach eine neue kaufen. Recht hat er ja, aber ich hätte diese spezielle schon gerne zurück.
Das Restaurant hat noch geschlossen, Benzin bekommen wir an der Tankstelle, aber der ATM spuckt kein Bargeld aus, egal welche Karte wir probieren. Die Frau in der Tankstelle zuckt nur wortkarg mit den Achseln, murmelt vor sich hin, der ATM wird wohl leer sein.

Sie kennt keinen anderen Automaten im Ort, und nach ihrer Mimik und Gestik zu urteilen, scheint es ihr auch ziemlich scheißegal zu sein, ob die blöden Touristen an Bargeld kommen.

Draußen spricht uns ein anderer Kunde an, sagt, es gibt eine Bank ca. 200 Meter weiter, das war nett.
Leider bekommen wir bei der Bank auch kein Geld. Komisch, was ist denn da los? Zum Glück haben wir noch etwas Cash vom letzten Mal, und man kann ja auch fast alles mit der Karte zahlen.
Einfach morgen noch mal probieren.

Jetzt aber endlich in den Park, das Parkeingangsschild muss natürlich fotografiert werden.
Der Parkeingang ist fast noch in Cherokee.

Gleich auf der Wiese am Parkeingang grasen ca. 10 gewaltige Wapitis. Ohne Teleobjektiv gibt es natürlich keine guten Bilder, aber wir erfreuen uns am Anblick und beobachten die Tiere eine ganze Weile. Das fängt ja schon mal gut an.

Leider fängt das Wetter nicht gut an, schon bald fängt es an zu regnen, was uns erst mal nicht so viel ausmacht. Schlimmer finden wir die 10000 Touristen, die Stoßstange an Stoßstange durch den Park fahren, so voll haben wir noch keinen anderen Nationalpark erlebt.

Dementsprechend schmutzig ist es auch, egal, wo wir anhalten, es liegt an jeder Parkbucht Müll herum, auch im Fluss und in den Büschen, das dämpft das Naturerlebnis ein wenig.

Nun gut, wie reihen uns ein, fahren erst mal durch den Park durch, um uns einen Überblick zu verschaffen. Der Regen wird heftiger und egal, wo wir halten wollen, überall sind die Parkbuchten meist schon belegt.

Unser Auto macht auch Mucken, wir bekommen von drei Reifen eine Warnung.Was ist denn da los, so alt ist der Wagen ja noch nicht, eventuell durch den Temperaturunterschied? Keine Ahnung.

Da ich ja eh eine neue Weste benötige und ein zusätzlicher dicker Pulli nicht schaden kann, fahren wir mal nach Pigeon Forge zum Reifenchecken, Einkaufen und Gucken.

Leerer ist es hier natürlich auch nicht, aber da stellen wir uns jetzt drauf ein und fahren mit Stopp und Go durch den Vergnügungsort am anderen Ende des Nationalparks.

Schnell mache ich noch ein Foto vom King Kong und anderen lustigen Gebäuden. So ein Ort ist nicht unseres und wir sind froh, hier kein Hotel zu haben, aber kurz durchfahren und gucken ist natürlich schon interessant.

Dann sind wir im Tangeroutlet von Sevierville, TN, angekommen. Leider finden wir kein „Welcome to Tennessee“-Schild an der Straße, schade.
Im Outlet werden wir schnell fündig, bei GAP kaufen wir eine neue schwarze Weste für mich und für jeden einen dicken, gefütterten Hoodie.

Dann gucken wir noch bei Columbia, finden aber nichts, am Ende halten wir bei einem Tireshop und lassen die Reifen überprüfen, alle hatten zu wenig Luft. Das Überprüfen und Aufpumpen gehört zum Service, wir zahlen nichts. Nun sind wir jetzt wieder mit besserem Gefühl unterwegs, was die Sicherheit des Autos betrifft.

Zurück in den Park. Dort wird es aber immer voller und ungemütlicher, so habe ich die Idee, nach Cades Cove zu fahren, da soll es, auch wenn der Park voll ist, nicht ganz so überfüllt sein. Stimmt aber nicht, es ist noch voller. Man kann durch das Gebiet über den One Way Loop fahren, das Ganze im Schritttempo und der, der ein wenig schauen will nach Tieren und sonst was, bleibt einfach mitten auf der Straße stehen. Das macht uns nach einer Weile keinen Spaß mehr und wir nehmen einen der Shortcuts.

An diesem Loop stehen immer wieder historische Hütten, wir bekommen auch tatsächlich einen Parkplatz, Glück gehabt. Wir laufen ein bisschen rum, machen ein paar Bilder, wenn sich die Menschenmassen mal kurz hinter einen der Häuser versteckt haben.

Es schifft immer wieder heftiger, also fahren wir weiter, wollen uns einen schönen Wanderweg suchen, der nicht ganz so überlaufen ist. Keine Chance, egal, wo wir anhalten wollen, wir finden keinen freien Parkplatz.

So fahren wir mal ins Visitor Center und erkundigen uns, was man sonst so machen kann, eventuell außerhalb.
Dort ist es auch extrem voll und der Ranger hat keine gute Nachrichten, er meint, es wären eh alle Wasserfälle trocken und voll sein wird es überall, heute sei es so voll wie lange nicht.
Er gibt uns ein paar Tipps zu Hikes, denn morgen sind wir ja auch noch da.

Heute wollen wir aber auf jeden Fall noch zum Newfound Gap und Clingmans Dome, dem Pass über den Berg und dem Aussichtsturm. Als wir dort oben ankommen, wird aus dem Regen Schnee. Sicht unter 50 Metern, es hat also wenig Zweck, zum Clingmans Dome zu fahren, denn wir würden dort nichts sehen.

Als wir auf der anderen Seite wieder runterkommen, wird das Wetter etwas besser und wir laufen daher noch zur alten Mingus Mill. Es ist wunderschön dort, die Mühle ist sogar noch in Betrieb, nur leider macht dort gerade ein Fotokurs seine Langzeitbelichtungsübungen und die Teilnehmer gehen keinen Schritt zur Seite. Naja, was soll’s, so machen wir schnell ein paar Bilder, laufen ein Stück und sind immerhin noch etwas an der Luft, für einen längeren Hike schmerzt mein Knie eh zu doll.

Der Tag ist nun auch schon weit fortgeschritten und wir beschließen, noch mal zum Restaurant zu fahren und uns in Cherokee ein wenig umzusehen.

Ich bekomme meine Weste, die nun leider nach Pommesfett riecht, zurück, aber ich bin total glücklich darüber, dass ich sie wiederhabe.

In Cherokee gibt es einen Muffler Man, der zum Indianer umgebaut wurde, er steht vor einem Tattoo Shop, da müssen wir natürlich Bilder machen.

Sonst haut uns der Ort nicht vom Hocker, das große Casino schaut auch nicht einladend aus.
Wir fahren zurück zum Hotel und sehen auf dem Weg dahin, dass es einen Domino gibt, na super, zumindest ist das Abendessen gerettet.

Zurück im Hotel nehmen wir eine heiße Dusche und machen es uns gemütlich. Später bestellen wir eine leckere glutenfreie Pizza, lesen die Fotos ein und gehen früh schlafen.

Der Great Smoky Mountains Nationalpark hat uns im Großen und Ganzen schon sehr gut gefallen, der Tag war auch nicht schlecht, wir hatten trotz des Wetters und der Menschenmassen einen wunderschönen Urlaubstag.
Es ist in jedem Fall sicher, dass wir den Park und auch die Blue Ridge Parkway noch mal besuchen werden, eventuell suchen wir uns dann kein Wochenende und auch nicht die Zeit der Laubfärbung aus.

Wetter: 38°F bis 64°F (3°C bis 17°C) sonnig, wolkig, teils Regen (Schnee)
Sights: Great Smoky Mountains Nationalpark
Wanderungen:  kleiner Hike bei der Mingus Mill (1,5km)
Abendessen: Dominos Pizza (glutenfrei)
Hotel: Hampton Inn & Suites Cherokee, NC
Bewertung: gut +++
Bemerkung: das Hotel war ganz gut, das Personal war ein bisschen unfähig
Hotel: 132,60 $
Eintritte:  $
Abendessen: 20 $
Mittagessen:  $
Lebensmittel:  $
Sonstiges:  $
Sprit:  $

Gesamt: 152,60 $