Tag 17 – 05.05.2012 – Page (Cottonwood Canyon Road)

Wir hatten eine sehr leise Nacht und sind mit Wecker um 06:00 aufgestanden. Ich bin zum Frühstück runter gegangen und habe uns etwas Brot und Tee geholt, es war immer noch total voll in der Lobby zum Frühstücken. Das hält man ja nicht aus.

In den großen Zimmern vom Days Inn ist aber genug Platz.

Wir ließen es gemütlich angehen.

Wir hatten uns überlegt, die White Pocket wirklich auszulassen, wenn auch schweren Herzen, aber da siegte die Vernunft. Sollten wir dort steckenbleiben, wäre das kein Spaß, zudem wir wieder 30 Grad hatten und auch nicht davon ausgingen, dass die Location bei der Hitze so gut besucht ist, dass uns im Notfall jemand helfen könnte.

Also muss die White Pocket auf uns warten.

Auch von anderen Locations, wie die Whaweap Hoodoos, hatte uns der Ranger abgeraten, weil die Straße schon sehr kaputt sei.

Im Prinzip weiß man natürlich erst am besten über alles Bescheid, wenn man mal selber vor Ort gewesen ist und selber abschätzen kann, ob man es wagen will oder nicht.

Wir hatten heute auf dem Plan: Blue Pool Arch, dann Nautilus Wave, dann Hackberry Canyon. Diese Vorhaben sollten uns den ganzen Tag beschäftigen. Was sich dann noch ergibt, würden wir sehen.

Wir folgten einer Beschreibung von aus dem Internet zum Blue Pool Arch. Die Fotos auf der Webseite waren zwar nicht megatoll, aber dieser Arch lag auf dem Weg und war eine Früher-Morgen-Location und nicht zu schwer zu erreichen.

Also nach dem Frühstück tanken, Eis holen, wieder auf den Highway 89 in Richtung Kanab, Utah.

Nach dem Glen Canyon Dam dann in Utah beginnen die Mile Marker von 0, dort fuhren wir bis zum Mile Marker 3 und bogen dann in eine kleine Dirtroad ein. Diese endet schon nach ca. 500 Metern an einem Gatter.

Man kann entweder davor parken und weiterlaufen oder aber man fährt weiter, man muss nur das Gatter wieder schließen.

So machten wir das auch. Die Straße war sehr holprig und sehr eng. In der Mitte wuchsen dichte Grasbüschel und es gab viele Sandpassagen.

Das Fahren machte Mario aber sichtlich Spaß.

Diese Straße sollte man nicht mit dem PKW fahren.

Nach ca. 2 km kommt man an eine Stelle, wo der Arch zu sehen ist, hier parkten wir und liefen ca. 500 Meter zu einem guten Aussichtspunkt.

Wie erwartet, war der Arch nicht der totale Burner, aber ganz schön.

Die ganze Gegend hier ist sehr schön, kann man sicher vieles erkunden hier. Wir sahen uns aber nur den Arch an und gingen dann zurück zum Auto.

Die Rückfahrt auf der heftigen Straße war dann aber halb so schlimm.

Wieder auf dem Highway 89, fuhren wir bis zur Paria Contact Station, dort in die White House Trailhead Road, dieser folgten wir bis zum Wash und parkten oberhalb unser Auto. Ein weiteres Auto stand schon dort.

Wir gingen den Wash entlang bis zu einem Gatter, das überkletterten wir. Ca. noch 500 Meter, und wir gingen rechts auf den weißen Felsen und dann sieht man auch schon den Eingang zur Nautilus Wave, dem Schneckenhaus. Coole Location. Wir warteten, bis der andere Typ mit seinen Fotos fertig war und erkundeten dann die Wave selber.

Wir blieben echt lange vor Ort, es war unten drin schön kühl. Wir machten viele Fotos und Videos.

Nach einem kleinen Picknick gingen wir zurück zum Auto.

Von dort aus fuhren wir wieder auf den Highway 89, ein Stück zurück in Richtung Page auf die Cottonwood Canyon Road. Es stand immer noch ein Schild, dass die Straße gesperrt war, man aber einige Meilen durchfahren kann.

Wir wussten ja vom Ranger, dass das Mud Hole erst nach dem Hackberry Canyon kam.

Wir wollten das Matschloch aber mit eigenen Augen sehen und beschlossen, die CCR erst mal, bis es nicht mehr weiterging, zu fahren, bevor wir uns der Wanderung in den Canyon widmeten.

So machten wir das dann auch.

Die Straße ließ sich wunderbar easy befahren, aber wir trafen keinen Menschen. Erst beim Yellow Rock/Hackberry Canyon standen einige Autos.

Wir fuhren aber erst mal vorbei und entdeckten dann auf der rechten Seite einen Eisberg. Sah zumindest von der Straße aus so aus. Den wollten wir näher erkunden.

Also suchten wir uns eine Stelle, wo man gut parken konnte, und suchten uns einen geeigneten Weg zum Eisberg. Das war ganz und gar nicht einfach, denn es ging durch unwegsames Gelände immer bergab. Wir folgten aber wieder mal Kuhspuren, die finden immer gute Wege zum Wasser.

Unten mussten wir dann auch einen kleinen Bach, den Cottonwood Creek, durchqueren, das Wasser stand aber nicht sehr hoch.

Also noch durch den Bach, dann einen sandigen Berg wieder hoch und wir standen vorm Eisberg.

Von nahem sah er nicht mehr so aus wie ein Eisberg, aber trotzdem war es ein kleines Abenteuer, sich den Weg hierhin zu suchen.

Wir lichteten den Berg ab, was auf Grund des hellen Lichts etwas schwer war, aber ein paar gute Bilder gelangen uns.

Danach also zurück, wieder den Berg hoch, ganz schön anstrengend, denn der Berg bestand aus lockerer Erde und viel Geröll. Aber wir waren ja inzwischen Kletterexperten.

Wieder am Auto, erst mal einen Liter Wasser trinken. Dann weiter auf der CCR bis zum Mudhole.

Das sah eigentlich gar nicht so schlimm aus, in der Mitte war es schon etwas matschig, aber man konnte sicher mit einem SUV am Rande vorbeifahren.

Das tat dann auch einer, der von der anderen Seite her kam.

Wir mussten ja nicht weiter, aber hätten es wohl auch gewagt.
Wir machten ein paar Bilder und filmten den Wagen, der durchfuhr, und kehrten dann um.

Zurück bis zum Hackberry Canyon Trailhead.

Ganz in der Nähe ist auch der Parkplatz und sind die Aufstiege zum Yellowrock, den wir aber schon 2010 erklommen hatten.

Das war uns bei der Hitze heute eh zu anstrengend.

Von dem Ranger wussten wir, dass im Hackberry Canyon noch etwas Wasser steht, aber das würde schon gehen.

Als wir wanderfertig waren, kamen uns ein paar Leute entgegen, auch ein älteres Paar, die fragten, ob wir in den Canyon wollten. Ja, wollten wir.

Sie erzählten uns erst mal, wie nass es dort drin war und zeigten uns ihre total verdreckten und nassen Turnschuhe.

Dann erzählten sie uns von einer Klapperschlange, die dort im Wasser gesehen wurde, und zudem wäre im Canyon noch eine Longhorn-Kuh mit 2 Kälbern, die schon böse geworden war, als sie sich ihr genähert hatten.

Was sollten wir mit diesen Infos, wollten die uns davon abhalten?

Konnten sie aber nicht.

Wir packten unsere Sachen zusammen und gingen den Weg. Zur Sicherheit nahm ich mir einen Stock mit, der am Anfang des Weges stand.

Zur Not kämpfe ich eben mit der Kuh.

Schon bald wurde der Weg nass, aber nicht so schlimm, wir hatten ja immerhin Goretex-Schuhe an, die auch wirklich wasserdicht halten, solange von oben kein Wasser reinkommt, und so hoch war das Wasser nur an wenigen Stellen.

So war es einfach nur unglaublich erfrischend, durch den schattigen, feuchten Canyon zu laufen.

Recht bald kam uns eine andere große Gruppe Leute entgegen. Jetzt wussten wir, wir waren wieder ganz allein, da auf dem Parkplatz nur noch 2 Autos gestanden hatten.

Also nur noch die Schlange und die Longhorn-Kuh und wir.

Wir hatten nicht wirklich Schiss, aber hielten doch nach beiden Lebewesen Ausschau.

Ach, war das herrlich in diesem Canyon. Wir hätten stundenlang weiterlaufen können, aber irgendwann wurden wir schlapp und drehten um. Wie auch an anderen Locations mussten wir ja wieder denselben Weg zurück.

Nach ca. 3,5 Stunden waren wir dann wieder am Auto, erst da kamen noch weitere Leute an.

Die Cottonwood Canyon Road also zurück bis zum Highway 89, es war noch nicht zu spät und die Toadstool Hoodoos sollten jetzt in einem guten Licht stehen. Diese befinden sich gleich ums Eck.

Der Parkplatz war leer.

Wieder fragten wir uns, wo die 10000 Leute alle sind, die in Page in den Hotels wohnen.

Der Weg zu den Hoodoos ist nicht weit, ca. nach 15 Minuten waren wir da und hatten das Gebiet ganz für uns alleine.

Das Licht war wunderschön; gut, die Schatten etwas lang, aber egal.

Wir genossen es einfach nur, hier zu sein. Als wir 2010 hier waren, war es viel voller.

Etliche Fotos und Videos, später traten wir den Rückweg an.

Was nun, wir überlegten, ob wir mal am Abend zum Sunset zum Horseshoe Bend gehen sollten.

Gut, das Licht war dort sicher nicht optimal, weil die Sonne direkt dahinter untergeht, aber wir wollten trotzdem hin.

Also zurück bis nach Page, durch den Ort und zum Parkplatz des Horseshoe Bend, der mittlerweile ausgeschildert ist und wohl in den letzten Jahren auch vergrößert und begradigt wurde.

Hier waren also alle!

Die meisten Leute kamen uns aber auf dem Weg nach unten entgegen.

Wir liefen den Weg recht fix runter, es war auch nicht mehr ganz so heiß, weil die Sonne schon tief stand.

Jetzt sollte für mich die Stunde der Wahrheit kommen. War ich wirklich von meiner Höhenangst so weit kuriert, dass ich an die Kante konnte? Ich hatte es mir so fest vorgenommen.

Als ich das erste Mal hier war, 2009, hatte ich einen Panikanfall, das war echt nicht schön, ich konnte noch nicht mal 10 Meter an die Kante ran und hatte schon Angst, als Mario nur nach vorne ging.

2010 traute ich mich immerhin mal so 2-4 Meter an die Kante und hatte schon keine große Panik mehr.

Und jetzt – ah, bin ich stolz auf mich – ich legte mich doch tatsächlich direkt an die Kante. Und ich konnte es aushalten, dass Mario sich sehr nah an die Kante begab.

Das war für mich sehr euphorisch, was mich noch vor 3 Jahren gelähmt hatte, gab mir jetzt die totale Energie.

Wahnsinn.

Die Fotos, die wir gemacht haben, waren dann nicht so der Bringer, also der Horseshoe Bend ist eher eine Location für den Vormittag oder Nachmittag.

Aber das war mir egal, ich hatte, wie ich es wollte, an der Kante zum Abgrund gelegen.

Wir gingen also ganz lebendig den Weg zurück, der ganz easy zu laufen war. Kurz vorm Hügel dann: WOW, der Mond, voll und riesengroß.

Leider doch zu klein für mein Objektiv, aber der Anblick, wie er so am Himmel hochstieg in der Dämmerung, war extrem toll.

Wir fuhren dann zum Hotel zurück, machten uns frisch und fuhren noch mal zum Denny’s was essen.

Am Abend cancelten wir noch die letzte Nacht in Page, wir hatten erst vor gehabt, 4 Nächte zu bleiben, aber wir hatten alles gesehen, was bei Hitze und ohne den Top-Wagen zu sehen gewesen wäre. Wir wollten noch was haben für das nächste Mal.

Schaut Euch noch mehr Bilder des Tages an – Gallery Tag 17

Route: 148km

Wetter: sonnig und heiß
Sights: Nautilus Wave, Toadstool Hoodoos, Hackberry Canyon, Cottonwood Canyon Road, Horseshoe Bend
Wanderungen: Hackberry Canyon
Restaurant: Denny's in Page
Hotel: Days Inn, $134,54
Bewertung: gut +++
Bemerkung: